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Wortgeschichte zu

Slum

Verslumung

sozialräumliche Segregation

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Slum begegnet im Deutschen erstmals Ende des 19. Jahrhunderts. Es wird aus dem Englischen entlehnt. Bis heute nicht geklärt ist die Herkunft des englischen slum. Frühe Verwendungen im Deutschen sind in der Regel in Bezug auf England und Amerika bezogen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wird Slum auch allgemeiner für Elendsviertel verwendet. Auch wenn das Wort ab der Mitte des Jahrhunderts gelegentlich auch für deutsche Verhältnisse stehen kann, bleibt doch die überwiegende Verwendung auf ausländische, zumal außereuropäische Gebiete bezogen. Als Ableitung von Slum entsteht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Verslumung.

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Wortgeschichte

Slums: Entlehnung eines englischen Wortes unklarer Herkunft

Slum ist mit der Bedeutung Elendsviertel erstmals Ende des 19. Jahrhunderts im Deutschen bezeugt (1884; 1895; vgl. 1DFWB 4, 240). Gesichert ist, dass es aus dem Englischen entlehnt wird – frühe Bezeugungen markieren das Wort teilweise noch als Fremdwort (1884, 1895). Das 3OED bucht slum ab den 1820er Jahren und vermerkt zur Herkunft lediglich, dass es ursprünglich aus einem Jargon stamme (vgl. 3OED unter slum, n1). Und auch im Kluge ist vermerkt, dass die Herkunft des neuenglischen Wortes slum nicht weiter geklärt sei (vgl. 25Kluge, 854).

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Der amerikanische Autor, Musiker und Filmemacher Daniel Cassidy hat 2007 die These aufgestellt, dass das Wort auf die irische Phrase ’S lom é, es ist exponierter, verletzlicher Ort; es ist Armut (vgl. Cassidy 2007, 267) zurückzuführen sei. Allerdings ist diese Annahme wissenschaftlich nicht belastbar: Cassedys Version der Etymologien dieser Wörter scheint hauptsächlich auf einer Übereinstimmung von phonetischer Ähnlichkeit und verwandter Bedeutung zwischen Ausdrücken im Englischen und Irischen zu beruhen. Dieses methodische Vorgehen ist in vielerlei Hinsicht problembehaftet, so insbesondere, weil ihm die Annahme zugrunde liegt, dass der sprachliche Einfluss unidirektional war: Das Vorgehen beinhaltet keine historische Analyse, um zu zeigen, in welcher Sprache die einzelnen Ausdrücke zuerst erschienen. (MacDougall 2007, 74, Übersetzung ASB)1)

Von englischen Elendsvierteln zu globalen informellen Siedlungen. Semantische Erweiterung

Frühe Verwendungen im Deutschen sind in der Regel in Bezug auf die englischen, insbesondere Londoner, und amerikanischen Verhältnisse bezogen (1884, 1895, 1912, 1934; vgl. auch 1DFWB 4, 240), und damit vor allem auf Gegenden, die von der Industrialisierung und den sie begleitenden sozioökonomischen Veränderungen besonders betroffen sind.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wird Slum dann auch allgemeiner für Elendsviertel verwendet (1940, 1953). Auch wenn das Wort ab der Mitte des Jahrhunderts gelegentlich auch auf deutsche Verhältnisse übertragen werden kann (1965a, 1971, 2012b), bleibt doch die überwiegende Verwendung auf ausländische (1955, 1959, 2004), zumal außereuropäische Gebiete bezogen (1961, 1962, 1965b). Dabei unterscheiden sich die Konnotationen der Wortverwendungen durchaus: Während ein Slum innerhalb Deutschlands ein Armenviertel oder ein Problemviertel bezeichnet, das gleichwohl keine illegal errichteten Gebäude umfasst, bedeutet Slum in Bezug auf Gebiete insbesondere der sogenannten Dritten Welt gerade informelle Siedlungen mit mangelnder Infrastruktur und hoher Armutsrate, die insbesondere am Rande von Millionenstädten entstehen (vgl. ähnlich auch die Bestimmung in United Nations 2015, 1). In diesen Verwendungen verbindet sich neben Armut (1962, 2012a) mit dem Wort Slum im Gegensatz zu Bezeichnungen für anderen Formen von Stadtvierteln wie etwa ArmenviertelWGd, sozialer BrennpunktWGd oder ProblemviertelWGd, in denen ebenfalls vorwiegend sozial Benachteiligte leben, also vor allem die Konnotation, dass die Unterkünfte hier ohne Plan oder Genehmigung entstehen und entsprechend über keine funktionierende Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung oder Kanalisation verfügen (1998a).

Slum bzw. Slums wird häufig im Plural verwendet (vgl. Anglizismen-Wb. 3, 1334); das Deutsche Fremdwörterbuch bucht Slums Ende der 1970er Jahre noch in der Pluralform und mit dem Vermerk nur Pl. (1DFWB 4, 240). Gleichwohl begegnet das Wort auch in der Singularform (1950, 2012b).

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Schlammviertel als Übersetzung von Slum

1911 veröffentlicht die schweizerische Journalistin Else Spiller Slums. Erlebnisse in den Schlammvierteln moderner Grosstädte. Wenn sie hier slums als Schlammviertel übersetzt, dann spielt hier vermutlich neben slum in der Bedeutung Stadtviertel, in dem die Häuser und die Lebensbedingungen einen schmutzigen und erbärmlichen Charakter haben (3OED unter slum, n1) auch das englische Wort slum in der Bedeutung Schlamm (vgl. 3OED unter slum, n2) mit hinein. Daneben mag die klangliche Ähnlichkeit von slum und Schlamm auch eine Rolle gespielt haben. Die Übersetzung Schlammviertel für slum scheint keine weitere Verbreitung gefunden zu haben, auch wenn es vereinzelte Bezeugungen gibt (1999).

Verslumung: Zunehmende Verwahrlosung von Städten

Die DWDS-Wortverlaufskurve zeigt, dass sich das Wort Verslumung ab den 1970er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre zunehmend verbreitet, danach sinkt die Bezeugungsfrequenz deutlich.

Wortverlaufskurve zu „Verslumung“

DWDS (dwds.de)

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsteht Verslumung als Ableitung von Slum (1974, 1984, 1991). Es bedeutet seither zunehmende Verwahrlosung von Städten oder Stadtteilen (vgl. Anglizismen-Wb. 3, 1334). Das Wort verbreitet sich ab den 1970er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre hinein zunehmend, bevor die Bezeugungsfrequenz dann wieder deutlich sinkt (vgl. Abb. 1 sowie die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Verslumung wird zwar auch auf überseeische Städte bezogen verwendet (1993), anders als bei seiner Ableitungsgrundlage Slum zeigen die Belege für Verslumung jedoch mehrheitlich Verwendungen in Bezug auf den deutschsprachigen und europäischen städtischen Raum (1994, 1995, 1997a, 1998b). Gelegentlich begegnet auch die alternative Schreibweise Verslummung (1997b), jedoch sind, so das Anglizismen-Wörterbuch, keine Prinzipien erkennbar, nach denen die Schreibung geregelt ist (vgl. Anglizismen-Wb. 3, 1334). Ungefähr zeitgleich mit Verslumung ist auch das Verb verslumen mit der Bedeutung verwahrlosen, zum Slum werden bezeugt (1970, 1987), das im Vergleich zum Substantiv allerdings weniger weit verbreitet ist (vgl. die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

Anna S. Brasch

Anmerkungen

1) Im Original: Cassedy’s version of the etymologies of these words seems to be based mainly on a coincidence of phonetic similarity and related meaning between expressions in English and Irish. There are a number of flaws with this methodology, not the least of which is the underlying assumption that the linguistic influence was unidirectional: no historical analysis included to demonstrate in which language the individual expressions first appeared. (MacDougall 2007, 74)

Literatur

Anglizismen-Wb. Anglizismen-Wörterbuch. Der Einfluß des Englischen auf den deutschen Wortschatz nach 1945, begründet von Broder Carstensen, fortgeführt von Ulrich Busse. Bd. 1–3. Berlin/New York 1993–1996.

Cassidy 2007 Cassidy, David: How the Irish Invented Slang: The Secret Language of the Crosseroads. Petrolia, California 2007.

1DFWB Schulz, Hans/Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. Weitergeführt im Institut für deutsche Sprache unter der Leitung von Alan Kirkness. Bd. 1–7. Straßburg bzw. Berlin 1913–1988. (owid.de)

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

25Kluge Kluge – Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearb. von Elmar Seebold. 25., durchgesehene und erweiterte Aufl. Berlin/Boston 2011.

MacDougall 2007 MacDougall, Heather: Review. Reviewed Work(s): How the Irish Invented Slang: The Secret Language of the Crosseroads by David Cassidy. In: The Canadian Journal of Irish Studies (Fall, 2007), Bd. 33, H. 2, S. 74. (jstor.org)

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

United Nations 2015 United Nations: Habitat III Issue Papers. 22 – Informal Settelments. Not edited version 2.0, New York, May 2015. (unhabitat.org)

Züblin-Spiller 1911 Züblin-Spiller, Else: Slums. Erlebnisse in den Schlammvierteln moderner Großstädte, 2. Aufl. Aarau u. a. 1911.

Belegauswahl

Die Stätten des Elends werden bezeichnet mit den Worten „Slum“ und „Rookerie“. Das Wort „Slum“ bedeutet nach Webster eine Hintergasse, gefüllt mit einer armen, schmutzigen, moralisch verkommenen Bevölkerung.

Asher, G. M.: Die Stätten des Elends in London. I – IV. In: Deutsche Rundschau. Herausgegeben von Julius Rodenberg. Band XLI, Berlin, October – November – December 1884, S. 379–399, hier S. 383.

Es blieb somit dem bewährten Leiter des amerikanischen Arbeitsamtes nichts anderes übrig, als sein Beobachtungsfeld einzuschränken und jene Städte und innerhalb dieser wiederum jene Gebiete herauszugreifen, welche unter Berücksichtigung aller Umstände unstreitig als Centren [d]er Slum-Bevölkerung, als typisch für das Leben und Treiben im großstädtischen Hinterhause gelten können.

Singer, J.: Slums. In: Die Zeit. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirthschaft, Wissenschaft und Kunst. Herausgegeben von J. Singer, Hermann Bahr und Heinrich Kanner. IV. Band Nr. 44, Wien, Samstag 3. August 1895, S. 69-70, hier S. 69.

Welch ein Kontrast zu der amerikanischen Welt zehn Schritt weiter! Dort schlugen einem des Abends aus übel berüchtigten Slums heisere Stimmen ans Ohr, amerikanische Lieder in der fast tonlosen Begleitung des Banjo, den die Amerikaner gern ihr Nationalinstrument nennen.

Friedenthal, Albert: Die Volksmusik der Kreolen Amerikas. In: Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe), 4. 3. 1912, S. 6. [DWDS]

Es besteht in England die Absicht, nach einem festgelegten Plan innerhalb von fünf Jahren die englischen Slums (Elendsquartiere) niederzulegen und durch neue hygienische Bauten zu ersetzen.

N. N.: Wohnungswirtschaft. In: Archiv der Gegenwart, 2001 [zuerst 1934], S. 1336. [DWDS]

Sie sahen eine auch im Krieg intakte Volkswirtschaft, die im wesentlichen auf der volleingesetzten Schaffenskraft von 80 Millionen Menschen beruht. Sie sahen nichts von Kriegsverdienern, Rekorddividenden, Verdopplung von Gewinnausschüttungen durch Rüstungslieferung, nichts von Massenarbeitslosigkeit, Slums und Elend der Familien Eingerückter.

Waubke, Wolfgang: Leipzig – Beweis deutscher Kraft. In: Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 7. 3. 1940, S. 2. [DWDS]

Als zum Beispiel in einem Slum Familien aus Puerto Rico und Neger einzogen, begannen irische und italienische Kinder-Gangs einen Krieg gegen sie zu führen, so daß sie ihrerseits wieder eine Bande bildeten, um sich zur Wehr zu setzen.

N. N.: Schießende Kinder von New York. In: Die Zeit, 22. 6. 1950, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

In den alten Nachbar- und Konkurrenzstädten Bremen und Lübeck, selbst in Lüneburg ist es anders, obwohl Hamburg in der Entwicklung diese bald überholt hatte, reicher als sie und schon vor Generationen zu einer der großten Städte der Erde geworden war. Von allem, was früher wenigstens den Reiz des Malerischen besessen, hatten sich bis in unsere Generation nur die „Slums“ erhalten, die Elendsquartiere einer großen Hafenstadt: das sogenannte „Gängeviertel“ und der Stadtteil, der den großen Kontorhäusern am Meßberg gewichen ist.

N. N.: Am Grindel wohnen … In: Die Zeit, 19. 3. 1953, Nr. 12. [DWDS] (zeit.de)

Der Italientourist ist leicht geneigt, Seriensüchtig nureine Wirklichkeit dieses Landes zu erhaschen, die sich ihm sorgenfreier, genügsamer, leichter und froher als in unseren Breiten zu offenbaren scheint. Vor der anderen Wirklichkeit – Armut, Slums, Arbeitslosigkeit, krasse soziale Ungleichheit –, der er vor allem im Süden des Landes begegnet, verschließt er entweder die Augen, oder er geht so weit, sie zu verharmlosn, ja, zu verklären und behauptet, die Menschen dort empfänden ihre Situation als naturgegeben und litten an ihr nicht-

N. N.: Süden ohne Sonne. In: Die Zeit, 24. 11. 1955, Nr. 47. [DWDS] (zeit.de)

Behan ist in den Slums von Nord-Dublin aufgewachsen, verdiente sich zeitweise seinen Unterhalt als Anstreicher und saß als irischer Freiheitskämpfer mehrere Jahre in britischen Gefängnissen.

N. N.: ZEITMOSAIK. In: Die Zeit, 20. 3. 1959, Nr. 12. [DWDS] (zeit.de)

Ein Lehrling aus Manchester hat eben sein Freiwilligen-Jahr in den Slums von Nairobi beendet, wo er junge Afrikaner im Gebrauch von Werkzeugen unterwies.

N. N.: Freiwillige für den Frieden. In: Die Zeit, 7. 4. 1961, Nr. 15. [DWDS] (zeit.de)

Aber neben Bolivien ist dieser Teil der Insel Hispaniola das ärmste Gebiet des ganzen amerikanischen Kontinents. 30 Mark gelten hier als gutes Monatseinkommen. Die „Salinas“ von Port-au-Prince sind das schlimmste an Slums, was ich je sah. Nackte Kinder mit aufgequollenen Bäuchen stehen neben mageren Schweinen in einem unbeschreiblich stinkenden Sumpf.

N. N.: Haiti – eine Hölle unter Palmen. In: Die Zeit, 4. 5. 1962, Nr. 18. [DWDS] (zeit.de)

Solche Arbeiter landen, wie özgen weiß, häufig in den Slums von Köln, von wo der Schritt zu kriminellen Handlungen nicht weit sei.

N. N.: Muselmanen beten im Kölner Dom. In: Die Zeit, 12. 2. 1965, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

Meist wohnen diese Neuhinzugezogenen – wie überall in Afrika – in Slums oder Bidonvilles, ohne Licht, ohne Wasser, ohne Kanalisation.

N. N.: Deutsche Pioniere in Liberia. In: Die Zeit, 13. 8. 1965, Nr. 33. [DWDS] (zeit.de)

Die neuen Besitzer erwiesen sich darüber hinaus als kapitalkräftig genug, notfalls auf Mieter zu verzichten und die Gebäude bis zu ihrem Abbruch „verslumen“ zu lassen – sie verfolgten ohnehin keinen anderen Zweck als die Baulandgewinnung für neue spektakuläre Projekte.

N. N.: Kampf wider die Spekulanten. In: Die Zeit, 2. 10. 1970, Nr. 40. [DWDS] (zeit.de)

D. h., um zu denunzieren, müssen die Denunzianten hart an die Grenze der Selbstdenunziation gehen; denn das Material, das sie vorlegen müssen, um ihre Denunziation zu belegen, spricht die deutlichste Sprache zur Berechtigung, ja absoluten moralischen Notwendigkeit radikaler verändernder Eingriffe in den Slums in Kreuzberg.

[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt 1971, S. 397. [DWDS]

Der damit angezogene Autoverkehr und der lärmende Menschenstrom vertreiben noch mehr Bewohner, die Ode nach Geschäftsschluß senkt den Wohnwert noch weiter; wer es sich leisten kann wandert ab; Minderbemittelte ziehen nach – Verslumung und Umwandlung in eine Geschäftswüste schaukeln sich gegenseitig hoch.

N. N.: Bataille um eine Brücke. In: Die Zeit, 29. 3. 1974, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Dieser Wandel wird überlagert von den Auswirkungen früherer Planungs-Entscheidungen – etwa Verkehr – und sozialer Umschichtungen – etwa Verslumung und Gastarbeiter-Gettos.

N. N.: Ratlos im Rathaus. In: Die Zeit, 6. 4. 1984, Nr. 15. [DWDS] (zeit.de)

Schon verslumen die nördlichen Stadtteile Duisburgs, von Hamborn über Marxloh bis Oberhausen. Vandalismus, Randale und Kleinkriminalität nehmen zu, bald erinnern die Szenen an Bilder aus Liverpool und Manchester.

N. N.: Blick nach vorn im Zorn. In: Die Zeit, 18. 12. 1987, Nr. 52. [DWDS] (zeit.de)

Denn wenn die Besserverdienenden aus Marzahn wegziehen, dann droht das Schreckgespenst der Verslumung.

N. N.: …und der Zukunft zugewandt. In: Die Zeit, 22. 11. 1991, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Die alten Gebäude zeigen bröckelnde Fassaden, die herrlichen kolonialen Erker wirken schmutzig und ungepflegt. Die größte Zeitung der peruanischen Hauptstadt, El Comercio, spricht von zunehmender Verslumung und warnt vor einer Entwicklung à la Kalkutta, wenn es den Stadtvätern nicht gelingt, das nach Tausenden zählende Heer von Schuhputzern, Andenkenverkäufern, fliegenden Händlern und Bettlern von der City fernzuhalten. Dies allerdings erscheint unmöglich, denn die Zahl der Zuwanderer, die sich in den euphemistisch pueblos jovenes, junge Dörfer, genannten Armutsquartieren des Stadtrandes niederlassen und dann Gelegenheitsarbeiten suchen, steigt unaufhörlich.

N. N.: Vibrierend und vital. In: Die Zeit, 24. 12. 1993, Nr. 52. [DWDS] (zeit.de)

Für Pacht und Toilettenwagen bewilligte die Bezirksversammlung über 200000 Mark, obwohl die wilde Ansiedlung gegen geltendes Hamburger Recht verstößt. Als Geschäftsleute und CDU vergangenes Jahr wegen des Schwarzmarktes vor Hertie zu einer Diskussion über die drohende „Verslumung“ einluden, randalierten die Punks und befreundete Gruppen im Stadtteil.

N. N.: Wo nur die Reichen Fremde sind. In: Die Zeit, 11. 2. 1994, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

Berlins Mitte werde im Laufe der Jahre zu einem hyperaktiven Zentrum.Drumherum – so auch in Spandau – drohten, Wohngebiete mit hoher Aggressivität und Verslumung zu entstehen, orakelte Lorenz. Schon jetzt sei etwa das Falkenhagener Feld „bombig dazu geeignet, zu einer kriminellen Vorstadt zu werden.“

Schütze, Elmar: Ungewohnt einig. In: Berliner Zeitung, 12. 6. 1995. [DWDS]

Deswegen müssen weiter öffentliche Fördergelder fließen. Nur so können Altbauquartiere vor dem weiteren Verfall gerettet und Großsiedlungen vor der Verslumung bewahrt werden. Sollte der Bund die Zuschüsse verringern, hätte dies fatale Folgen.

Paul, Ulrich: Keine Mietenexplosion im Osten. In: Berliner Zeitung, 2. 7. 1997. [DWDS]

Heute prophezeien vor allem Nicht-Marzahner dem Bezirk eine „soziale Verslummung“.

Hollstein, Miriam: Manchmal schaut ein Turmfalke vorbei. In: Berliner Zeitung, 11. 7. 1997. [DWDS]

„Total unmöglich“ fand sie das und zog um in einen der Slums, die es damals noch gab. Kein Wasser, keine Kanalisation.

Kurbjuweit, Dirk: Fröhliche Kämpferin. In: Die Zeit, 2. 1. 1998, Nr. 2, S. 2. [DWDS]

Das Wort Banlieue, Vorstadt, ist längst Synonym für die Verslumung der französischen Sozialpaläste der 60er und 70er Jahre.

Widmann, Joachim: FRANKREICH. In: Berliner Zeitung, 16. 12. 1998. [DWDS]

Die ruinierten und vertriebenen Landbewohner strömten in die Städte, vor allem nach London, und bildeten dort die Millionenarmee eines »arbeitslosen« sozialen Bodensatzes in wuchernden Slums (»Schlammvierteln«), durch die sich die Städte zu riesigen Agglomerationen aufblähten.

Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M. 1999, S. 112. [DWDS]

Slums seien in Deutschland kein Thema, meint auch Peter Löhr, stellvertretender Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik in Berlin: »Es gibt keine Probleme wohnungs- oder städtebaulicher Art mehr.«

N. N.: Wer arm ist, muss wieder schlecht wohnen. In: Die Zeit, 16. 12. 2004, Nr. 52. [DWDS] (zeit.de)

Weltweit leben etwa eine Milliarde Menschen in Slums, bis 2030 werden es vermutlich doppelt so viele sein. »Länder wie die Schweiz und Deutschland sind Inseln des Wohlstands«, sagt Hoelzel, »die Zukunft des Planeten wird geprägt werden davon, wie wir mit Slums umgehen.« São Paulo hat eines der größten Programme für die Entwicklung der Armutsquartiere weltweit.

N. N.: Per Seilbahn aus der Favela. In: Die Zeit, 28. 6. 2012, Nr. 27. [DWDS] (zeit.de)

Er wurde in einem Slum groß, mitten in Deutschland. Mannheim, Stadtteil Waldhof.

N. N.: Der Cassius Clay vom Waldhof. In: Die Zeit, 17. 7. 2012 (online). [DWDS] (zeit.de)