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Emporkömmling

Emporkömmling ›Person, die schnell zu Reichtum oder Macht gelangt‹ ist seit den 1780er Jahren bezeugt. Es handelt sich um eine Ableitung zu emporkommen ›sozial aufsteigen‹, das bereits seit dem 15. Jahrhundert überliefert ist. Möglicherweise hat auch das ebenfalls in den 1780er Jahren aus dem Französischen ins Deutsche übernommene Parvenü als Vorbild gedient (von französisch parvenir ›ankommen‹). Emporkömmling und Parvenü werden bis in die Gegenwart weitgehend synonym verwendet und bringen gleichermaßen eine negative Wertung der so bezeichneten Personen zum Ausdruck.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

senf

sinapis, die frucht der senfstaude. 1) die sprache, aus der zufrühest die Griechen mit der sache das wort, in der doppelform νᾶπυ (bei den Attikern) und dann σίναπυ, σίναπι (hellenistisch) entlehnt haben, ist unbekannt; man hat, ohne alle sicherheit, auf das sanskrit (Benfey griech. wurzelwörterb. 1, 428) oder das ägyptische (Hehn kulturpflanzen² s. 184) geraten. als sinapi und sinapis dringt es ins lateinische ein; die Goten bilden dem griechischen genitiv σινάπεως ihre form sinapis nach (kaúrnô sinapis, κόκκον σινάπεως Marc. 4, 31. Luc. 17, 6), ohne dasz daraus auf eine einbürgerung des wortes bei ihnen geschlossen werden könnte; erst in die späteren germanischen dialecte kommt es als lehnwort von Rom her: ahd. sinapi seniph Steinmeyer ahd. glossen 3, 590, 45; synapi senif 591, 60; synapi zenf 597, 35; sinapis senef, senf 108, 36; iʒ ist gilîh corne senafes (simile est grano sinapis). Tatian 73, 2; habent ir gelouba also seneffes chorn (si haberitis fidem ut granum sinapis). Notker ps. 45, 3; altsächs. sinapi sanep Steinmeyer 3, 593, 33; synapi senap 595, 41; ags. sinapis senep Wright-Wülker anglos. voc. 1, 135, 33; mhd. senef, senf: sinape seniph, seniff, senff, senpf, senffe, semph, schenff Dief. 535ᶜ; später auch als senft: darzu ich würcz und krewter han, nagwuercz, senft und den encian. H. Sachs fab. 1, 282, 82 Götze, eine form, die mundartlich bis jetzt dauert: senef, senif, senft Schöpf 670; senft, semft, sempft Schm. 2², 287; senft Lenz vergl. wörterbuch der nhd. sprache und des Handschuhsheimer dialects (1898) s. 65ᵇ, ebenso hessisch und düringisch; niederd. semp und semt Schambach 190ᵃ. das altnord. kennt das wort noch nicht; erst dän. sennop, sennep, schwed. senap. als collectivum entbehrt es des plurals, als geschlecht hat sich, im gegensatz zum lateinischen, allgemein das masculine festgesetzt. 2) ursprünglich als handelsartikel aus Italien eingeführt, bald in den heimischen gärten gezogen (sinape capitulare de villis 34. 44) bezeichnet senf zunächst die frucht, die sowol in der arznei wie in der küche als würze verwendet und namentlich wegen ihrer beizenden eigenschaften gekannt wird: die senf und salsen eʒʒent gern, die sulen des vil flîʒic sîn daʒ si den unflât verbern und stôʒen niht die vinger drîn. Tanhäusers hofzucht in Haupts zeitschr. 6, 490, 53; zucker kan wol süeʒen: kumt ein senf, der tuot in den ougen wê. minnes. 2, 240ᵇ Hagen; ich bin ein hofmann, kan senff essen, und doch nicht weinen. Garg. (1590) 37; darnach soll man jm (dem siechen) über alle gelider (ausgenommen das haupt) senif überlegen, so lang bis es die haut aufbeiszt und rot macht. Celsus von Khüffner (1531) 54ᵃ; wenn du wilt einen guten senff haben, so nim denselben, und wässer jhn reine, und schütte jn in einen reibetopff, und nim darzu gebrüete mandeln und reib jn wol durcheinander gantz klein. Coler hausb. 1 (1604), 167; diesen senff magstu gebrauchen, zum gebraten oder zu kalten ochsenfüssen, oder zu wilden schweinen heuptern. ebenda; senff .. ist ein bekannter same, der auf der mühle gemahlen, mit wein-eszig in kleine fäszgen eingemachet, und weit und breit versendet wird. Amaranthes frauenzimmer-lex. (1715) 1838; mit dem senff pflegt der koch entweder gewisse essen gut und angenehm zu machen, oder er setzet solchen als eine tuncke bey böckel- und geräucherten fleisch, schincken etc. auff, wodurch dergleichen gerichte delicat, gesund und verdaulich gemachet werden. 1839; bisziger senf, sinapis fletum factura terenti. Stieler 2011; eine beiszarznei von senf, est serapismus, exulceratio cutis, quae fit cataplasmatis sinapis. ebenda; senf reiben, terere sinapi musto, wurst mit senf, botuli cum intinctu sinapi. ebenda; scharffer senf, sinapi acre, den senf stampfen, sinapi terere. Steinbach 2, 580; der senf steigt im essen desselben in die nase, acrimonia sinapis in naso sentitur. Frisch 2, 264ᵇ; früchte mit senf einmachen, fructus sinapio jusculo condire, senf mahlen, sinapina grana terere. ebenda; auff mich darffest dein zän nicht spitzen (spricht das zicklein zum wolf), hast sonst kein senff, so magst wol stippen, mit fünff fingern in hindern dippen. B. Waldis 1, 54, 31 Kurz; indesz die klugen ... nach wirklichem verlangt, gewürzt mit gurken. mit senf, und was noch sonst den hunger reizt. Grillparzer 1 (1887) s. 205. 3) in mehrfacher bildlicher anwendung (vergl. auch sauersenf theil 8, 1874); für etwas lust, appetit erregendes: sie (die liebe frau) ist sein (des mannes) lustessiger senff. Garg. (1590) 134; nu aber hats gott also gemenget (in der ehe), und den senff zum gebraten gesetzt, das jnen deste bas schmeckete. Luther 5, 341ᵃ; umgekehrt für etwas scharfes, verdrieszliches: bei geschäften darf man den senf nicht mit sich bringen, man wird ihn finden. Lehmann floril. 97; besonders aber in den stehenden redensarten einen senf um etwas machen, seinen senf zu etwas geben, seinen senf anbringen u. ähnl., hergenommen von dem würzen der speisen durch senf und übertragen auf ursprünglich beiszende, scharfe, witzige beiträge in einer unterhaltung, dann verblaszter auch auf auseinandersetzungen überhaupt, die anregend oder eindringend wirken sollen: er brachte seinen senf gar bald an. Parthenophilus das bei acad. lebende frauenzimmer 116; was machst du mir so einen langen senf her? quas ambages mihi narrere occipis? Steinbach 2, 580; einem einen langen senf hermachen, das ist, einem langweilige verdrieszliche reden hermachen, als der senf in der nase ist, fastidiosis ambagibus uti. Frisch 2, 264ᶜ; einen langen senf über etwas machen. Adelung; einen langen senf an etwas machen. Campe; erst machte er einen langen senf, womit er bewies, dasz man bei einer handlung auf die bewegungsgründe sehen müsse. Siegfr. v. Lindenb. 2, 163; den senf an alles streichen. J. Gotthelf käserei 332; ich habe das meinige gethan und es ist besser, dasz ihr auch euren senf dazu gebt. G. Keller werke 4, 305; philosophischer senf. Thümmel 7, 294; auch Thom's gab seinen senf dazu. Bürger 49ᵃ. 4) senf, bezogen auf die ganze staude: sinapis haiʒet senif. daʒ kraut ist haiʒ und trucken .. der senif ist zwaierlai, wilt und haimisch. Megenberg 422, 9; senff ist ein kraut, welches mit seinem saamen gleichen nahmen führet. dessen sind zweyerley gattung, weiszer und schwarzer, von der farbe des saamens also genannt. öconom. lex. 2280; weiszen oder gelben senf, wovon die blätter, weil sie noch zart sind, unter den kräutersalat gebrauchet werden. frauenz.-lex. (1773) s. 3251. 5) übertragen auf mehrere senfähnliche ackerpflanzen und ihren samen: ahd. mhd. eruca, wildesenef, wiltsenef, wiltsenf Steinmeyer gloss. 3, 109, 59; erucam witsenep 595, 26; eruca wild senf, wilder senf, veldsenf, wiʒ senef, hüttrich l. wilder sänf Dief. 209ᵃ; nhd. baurensenf, thlaspi, wegesenf, erysimon, et verbena foemina, alias hederich, weiszer senf, eruca hortensis Stieler 2011; brauner gemeiner senf, sinapi sylvestre, lampsana, wild senfkraut, gelber wilder senf, hederich, rapistrum, baurensenf, thlaspi primum, weg-senf, erysimum, schütt-senf, isio Frisch 2, 264ᵇ; brassica erucastrum, groszer wilder senf Nemnich 1, 666; erysimum officinale, hederich, wegesenf, wilder senf, falscher wassersenf 2, 1530; raphanus raphanistrum, wilder senf 4, 1133; von dem wilden senff, welcher auff denen feldern wächset, werden die blätter klein geschnitten, und zum frühstück wider die raude genossen. öcon. lex. 2280.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Meduse

oder Gorgo, ein weibliches Ungeheuer der griech. Mythologie, dessen Blick den Anschauenden versteinerte. Sie wurde von Perseus getötet. M. gebucht seit dem Anfang des 18. Jahrh., doch ist der Gebrauch des Namens (meist Kompos.) auf die Dichtersprache beschränkt geblieben.

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