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Klasse

Klasse geht auf lateinisch classis zurück. Im Deutschen findet sich das Wort erstmals im 16. Jahrhundert mit den semantisch weit auseinanderliegenden Bedeutungen ›Schulklasse‹ und ›Kategorie, Gruppe von Einzeldingen‹. Die Lesart ›Kategorie‹ ist Ausgangspunkt für eine Reihe weiterer Entwicklungen. So entsteht im 18. Jahrhundert Klasse als naturwissenschaftlicher Ordnungsbegriff. In diesem Zeitraum und ebenfalls auf der Grundlage der Lesart ›Kategorie‹ etabliert sich Klasse als Bezeichnung für größere Gruppierungen innerhalb einer hierarchisch aufgebauten Gesellschaft. In der Gesellschaftstheorie des Marxismus wird diese Lesart noch einmal enger gefasst, indem Klasse als wichtigste Gliederungseinheit der Gesellschaft bestimmt wird. Das Wort ist sowohl Terminus der marxistischen Lehre als auch Fahnenwort der sozialistischen Bewegung.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

einleiben

incorporare, concorporare, nnl. inlijven, Maaler 126ᵃ zuͦsamen leiben, aus zweien oder vilen eins machen, confundere in unum corpus: das die heiden miterben seien und mit eingeleibet und mitgenossen seiner verheiszung. Eph. 3, 6, bündiger bei Ulfilas visan þiudôs gaarbjans jah galeikans jah gadailans gahaitis is, wo galeikans σύσσωμα übersetzt. galeika ist der σύσσωμος, der eingeleibte, von leik σῶμα, leib; und der pfaf ermanet zu der tauf und leibet dem ketzer ein das leiden Christi, es war mir wunderlich. Luther 3, 419; durch das wort werden wir Christo eingeleibt, das alles was er hat unser ist. 6, 192ᵃ; das wir durch die taufe im eingeleibt sind. 6, 231ᵇ; also sol man die taufe auch ansehen in gottes namen eingeleibt und ganz und gar mit demselben durchgangen. 6, 283ᵇ; und ist aus diesem befehl Christi die ganze welt und zuletzt auch wir herzugeholet und seiner braut, der christenheit, eingeleibet. 6, 354ᵇ; wenn sie nicht der kirchen eingeleibt und mit ihr einig sind. br. 4, 572; darumb müssen die kindlein der kirchen eingeleibet werden. Melanchthon im corp. doctr. chr. 322; zu Niclasburg seien bei achthundert bruͦder in den widertauf eingeleibt und zuͦsammen geschworen. Frank weltb. 49ᵇ; so gar hat uns die natur in den bund des frids eingeleibt und verpflicht. kriegsb. des fr. 43; Saul ist auch eine solche gottlose schlacke, da er jung war und durch die beschneidung dem volk gottes eingeleibet ward. Mathesius 112ᵃ; einleibt ihn ins bürgergeschlecht. H. Sachs IV. 2, 95ᶜ; sih an die klainen kindlein, die tauft und noch unschuldig sein Christo dem herrn eingeleibt. Schmelzl lobspr. 112; solte nicht diese edle stadt würdig sein, dasz nicht nur ich und meines gleichen, sondern auch die besten und höhesten gemüter sich mit allem dem, was ihnen gott verliehen, bei derselbten einzuleiben und ihr gunst zu erwerben möglichen fleisz und sorge trügen? Opitz vorr. zu Hugo Grot. s. 281; was von Welschen in unsere statt durch heurat und freundschaft eingeleibt. Zinkgref 397, 12; wenn (wem?) Föbus macht ein herz aus tüchtigem geblüte, dem leibt er gleichfalls ein ein lebendes gemüte. Fleming 95. oft auch figürlich: welcher brieve oder privilegien inhalt und meinung, als weren sie von wort zu wort in gegenwertige brieve eingeleibt und verfaszt, wir für ausgedrückt halten. Luther 1, 104ᵃ; hierin findestu gleich ein begrif der auserlesenen historien eingeleibt. Frank chron. 1531 auf dem titel; dise haben grosze freiheit von bäpsten in geistlichen rechten eingeleibt. weltb. 44ᵃ; in eins all sein gebot eingeleibt. 124ᵇ; wie dann auch den artikelsbriefen eingeleibt. Reutter kriegsordn. vorr.; nach laut des eides, so den decreten eingelibt. Fischart bienenk. 211ᵃ. noch Stieler 1132, später einverleiben.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

residenzlich

1852 Prutz’ Museum I 623 in dem residenzlichen Bahnhof;

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