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Multikulturalismus

Multikulturalismus begegnet im Deutschen seit den 1970er Jahren und zunächst in Bezug auf Kanada. Es ist wohl eine Entlehnung aus dem Englischen, wo multiculturalism seit den 1950ern belegt ist und wo zudem auf kulturelle Vielfalt abhebende soziologische Theorieansätze seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts ältere Assimilationskonzepte ablösen. Ab den 1980er Jahren ist zudem auch Multikulturalität ›gleichberechtigtes Nebeneinanderstehen mehrerer Kulturen‹ im Deutschen nachweisbar. Weitere Verbreitung finden beide Wörter um die Jahrtausendwende in politischen Debatten. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Bezeugungsfrequenz vor dem Hintergrund einer nunmehr anders gelagerten politischen Debatte, aber auch der Ablösung in der Fachsprache durch Interkulturalität und Transkulturalität, rückläufig.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

funken

schon, wie sich unten unter 3) zeigt, mhd., während funkeln (s. d.) erst nhd. vorkommt. funcken neben funckelen, funckeren. Henisch 1287, 48. funken. Schottelius 1321. kärnt. funggn. Lexer 105. nnl. vonken. von funke. 1) intransitiv, in den bedeutungen a) funken von sich geben: der schmid gantz willig war bereyt und kolen in die esse trug und sanct Petrus die blaszbelg zug. als nun auff funcket das kolfewr in der esz grosz und ungehewer. H. Sachs IV. 3, 70ᵃ; dann blosz dem feyr zu, das (dasz) es funckt. Thurneisser quinta essentia 188; am end der bahne sie jhr rosz herumbher wandte, und hielt drauff etwas still, und wieder schnelle rante auff jhre feinde zu, und traff sie, dasz es funckt, und dasz sie jhre wehr in jhrem blute tunckt. Werder Ariost 19, 73, 3; und die schmiede dabei mit dem abends funkenden schorstein? Schmidt v. W. ged. 10; hurrah! rufen die jäger, es funkt um die rappen. Voss 2, 38; lasz das lied electrisch funken dasz die nerven wollust schwellt. Rückert ges. ged. 1, 318. bildlich: es gährt und funkt doch allgemein in Deutschland (im geistigen leben) und könnte, wenn das gewitter einmal die luft geklärt hat, wohl noch mehr daraus werden, als wir dachten. Boie an H. Voss, s. Weinholds Boie 230. Vom funkenmachen am funkensonntage: die Rorschacher (haben) an obgedachtem sonntag darauff gefuncket und ihre fasznacht kurtzweil gehalten. Bischoffbergers Appenzeller chronik (St. Gallen 1682) 518, nach der anführung bei Tobler 208ᵃ. s. funkenmachen und funkensonntag. b) eine funkenartig sich bewegende helle von sich geben, funkenartig schimmern. von einem feuer, einer flamme, licht, glanz, sonne, sternen gesagt: darinn das blut Jesu Christi brinnen und die flamm des heiligen geystes leuchten und funcken wirt, wie in einem schönen wesen oder rubin. Mathesius Sarepta (1562) 264ᵇ; an des himmels blauem tuch umb und umb ein helles blinckern funckt. Wiedemann nov. 27; weil sie in der nacht als wie ein sterngen funckt. 31; der schöpfung ewger mittelpunkt ist in des menschen herzen, aus welchem durch die welten funkt ein stral von lust und schmerzen. Rückert 311 = ges. ged. 1, 375; als die einzlen siegesstralen, welche dort und hier gefunkt, strebten, heere ohne zahlen, hin in einen mittelpunkt. 203. von augen, dem blicke: die liebe sasz im mittelpunkt und blickte rings ins ferne, und wo von ihr ein blick hin funkt, erblühn am himmel sterne. ges. ged. 1, 279. überhaupt von glänzenden oder in glanz gesetzten dingen, metallen, glänzenden flächen: chasmal soll von brinnen und funcken unnd das es voller glantz und licht ist her genennet sein, sagen die hebreischen. Mathesius Sarepta 54ᵇ (1562 76ᵇ), hebr. למָשְׁחַ = electrum, blinkendes mischmetall aus gold und silber (?); sie (unsere leiber nach dem tode) werden scheinen und leuchten heller denn die liebe sonne, plincken unnd funcken wie die schiltwach vorm paradeise. leichenpredigten 91ᵃ; Donette dein gemüth ist flüchtig wie der geist, mit dem die weisen sich in ihrem glase quälen, das funckt, was man gerecht und feuerständig heiszt. Dan. v. Czepko unbedachtsame einfälle (hd.); hier des wassers spiegel, der wie feuer funkt, weil die sonne niedertunkt! Schmidt v. W. ged. 184; oft sammelt auch ein feiertag das ganze dorf zum lustgelag, wo wams und halstuch festlich prunkt und goldgeblümt die müze funkt. Voss 6, 196, 144. auch noch bair. funken, glänzen, funkeln. Schmeller 1, 544. 2) transitiv. dies wenn in der gaunersprache funken für kochen, sieden, braten, brauen gesagt wird. Grolman 22ᵃ. Train 41. s. funkeln 2) c), fünkeln 2). 3) reflexiv. so mhd. sich vunken, funken von sich geben, wie oben 1) a). die mit swërten manegen herten stahel betwungen dës, daʒ ër sich vunct mit viure. Lohengr. 3006. nhd. ohne beleg.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Votum

N. (-s; Voten, auch Vota), im frühen 16. Jh. entlehnt aus mlat. votum ‘feierliches religiöses Versprechen, (Ordens-)Gelübde, Gelöbnis; das in Gelübden Versprochene; Weihgeschenk, Votivgabe; Gelübde bei Ehebündnissen, Hochzeit; Abstimmung, Stimmrecht’ (〈 lat. votum ‘feierliches (religiöses) Vers[...]

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