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Solidargemeinschaft

Das Wort Solidargemeinschaft ist seit den 1880er Jahren nachweisbar. Das Erstglied Solidar-, das ausschließlich in Komposita vorkommt, geht auf französisch solidaire ›gemeinschaftlich haftend‹ zurück. Ausgehend von der überwiegend rechtlich geprägten Bedeutung ›durch gegenseitige rechtliche Verpflichtung ihrer Mitglieder gekennzeichnete Gemeinschaft‹ entwickelt sich um 1980 die Lesart ›durch ein Zusammengehörigkeitsgefühl verbundene (kleinere oder größere) Gruppe, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützen‹. Die neue Lesart schließt volksetymologisch an das häufig belegte Substantiv Solidarität an. Bereits in den 1970er Jahren wird Solidargemeinschaft auch zu einem Schlagwort sozialpolitischer Debatten.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

derselbige

gleichbedeutend mit dem vorhergehenden und gebildet wie derjenige. es wird ebenso wie jenes verwendet, nur bei den unter 4 bemerkten höflichkeitsformen ist es nicht in gebrauch. gegen das ende des 14ten jahrhunderts zeigt es sich zuerst. 1. vor einem substantivum. das sol er umb ew dienen, dassälbig knächlein (knäblein), wol berait, und fürder sich gar rasche Wolkensteiner 70, 1, 13. so maint er dann, der selbig hübsch geselle 117, 2, 5. und die selbige wâre einigkeit wirket dâ stêtiglîchen Theol. deutsch 43. die öpfel huob der selbig man pei dem stil ze beschneiden an. Wittenweiler Ring 35ᵃ, 30. und lief daher der selbig wicht 40ᵇ, 32. darnach begab es sich, da Anthonius sein lant verlor, das das selbig berlin funden wart Keisersb. Sünden des munds 6ᵃ. ir warten der salb und arznei, damit man die ander blattern der entschuldigung heilen mag. nun uf das das die selbig salb kreftig werd ze heilen den gebresten, so find ich drü stuck die darein gehören 15ᵃ. solt birkin questen (ruten) reiszen und mit den selbigen questen inen (den kindern) das weren, das sie hinden und fornen blitzen und ufspringen 16ᵇ. und was got wol gefelt, das gefelt den selbigen spöttern nichts 45ᵃ. das erst darumb unnütze wort den menschen versenken in ewige verdamnisz, das ist vermischens halb, wan die selbigen vergebene wort vermischen sich etwan in andere ding und wort, daz sie todtsünde werden 51ᵃ. derselbig baum steht in mitten der aller scherpfesten dörnen Pauli cap. 489. dann wo es (das pferd) an ein seiten wär mit im geschlagen, glaubt, so het er sich an derselbigen stet gefallen gar zuͦtod warlich Theuerd. 33, 72. Unfalo derselbig pöswicht rüet auf das nicht lang. 34, 1. lies dasselbige capitel Luther 3, 241. und zogen aus zu reisen in das land Canaan. und als sie komen waren in dasselbige land, zog Abraham durch 1 Mos. 12, 5. und namen in und warfen in in eine gruben, aber die selbige grube war leer 37, 24. wer ist der selbige könig der ehren? Psalm 24, 8. da rief Jeremia Baruch den son Noria, derselbige Baruch schreib in ein buch aus dem munde Jeremia alle rede des herrn 36, 4. der selbig fal gar weit erhal Laurin 869 Schade. da sprach einer von denselben fründen, die dasselbigmal um ihn stunden. Wolgemut 2, 352. du thust alles das du wilt, darumb ist derselbige dein wille allein heilig Schuppius 433. 2. allein stehend. und dis geschicht aller meist, dâ hôch nâtûrlich vornunft ist: wan die selbige stîgt alsô hôch in irem eigen liechte u. s. w. Theol. deutsch 37. diser Jacob bedütet uns ein frummen glatten menschen, der nicht harig ist von sünden: der selbig legt im selbs die ruhen haut an umb tegliche sünd Keisersb. Sünden des munds 16ᵃ. wa findet man die selbigen? 20ᵇ. wan du nimst im sein eer, die im lieber ist dan zitlich guͦt, er wolt das selbig lieber verlieren 37ᵃ. ein sölcher seltsamer mensch ist der nar. und der schenk von im entpfacht, dem selbigen bringt es keinen nutz 38ᵃ. das ist ein blater, aber nicht die, darvon ich hie reden wil, die selbig wird erst hernach kumen 53ᵃ. die da sagen von andern leuten heimliche ding und künden das selbig nit beweisen 73ᵇ. nun wan der knecht das selbig von im, seinem meister, sagt, so würt er gegen dem selben meineidig 72ᵇ. wir prediger sollent uns also halten das wir frei reden die warheit und beschirmen die selbigen und sollent niemants den kautzen streichen 69ᵃ. so einer merkt, wann er mit eim redt, daz der selbig ein klapperman ist, so schweigt er 77ᵃ. wa sie das selbig herfür brächten. Murner Luther. narr 646. und nam aus euch zwelf menner von iglichem stam einen. da dieselbigen weggiengen u. s. w. 5 Mos. 1, 24. der aber zur thür hin eingehet, der ist ein hirte der schafe. demselbigen thut der thürhüter auf Joh. 10, 3. wirst du dich aber nicht fürchten vor der obrigkeit, so thue gutes, so wirst du lob von derselbigen haben Römer 13, 4. wo man dasselbige nit hat si hujus copia non adsit Henisch 662. wenn ich meine gedanken nur unter dem namen der zweifel vortrüge, so würde die welt sehr leicht über dieselbigen hinweg sein Kant 8, 12. 3. in der bedeutung von idem. kommt nun dieselbige stunde zurück, wie still michs kränket und schmerzet Göthe 1, 215. 'zum zweitenmal', so begann das herrliche kind mit einem unüberwindlichen anmutigen ernst, 'zum zweitenmal widerfährt mir dasselbige' 17, 369. in dem augenblicke, in dem ich erfahre, du habest in die scheidung gewilligt, büsze ich in demselbigen see mein verbrechen 17, 371. er setzte sich in derselbigen stunde zu pferde und ritt dem zweideutigen paare nach 19, 236. die melodie behält immer denselbigen gang ohne tact zu haben: die modulation ist auch dieselbige 27, 131. was mich nemlich von der brüdergemeinde, so wie von andern werthen christenseelen absonderte, war dasselbige, worüber die kirche schon mehr als einmal in spannung geraten war ders. obgleich ein solcher mann (Anaxagoras) zu seiner zeit sich begnügen muste dasselbige durch dasselbige zu erklären ders. was man dem feuer enthob, das ruht in derselbigen urne. Voss. auch wird wie bei derselbe noch ein verstärkendes wort zugefügt, es ist eben dasselbige, ganz, genau dasselbige. der schelter sagt auch den gebresten von eim menschen, eben mit den selbigen worten, wie der abschneider thut Keisersb Sünden des munds 43ᵇ. eben der selbig, gleich der selbig Dasypod. 105ᵃ. 4. bei höflichkeitsformeln wird es aber nicht gebraucht, man sagt nicht höchstdieselbigen, allerhöchstdieselbigen.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Trainer

M. (-s; -), auch Trainerin F. (-; -nen), im frühen 19. Jh. entlehnt aus gleichbed. engl. trainer, eigentlich ‘Lehrmeister; Zureiter (von Pferden)' (zu train, → trainieren); als Berufsbezeichnung a zunächst auf engl. Verhältnisse bezogen in der Bed. ‘jmd., der Rennpferde für einen Wettkampf trai[...]

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