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Szene

Szene – wortgeschichtlich bis ins antike Griechenland zurückzuverfolgen – ist seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Deutschen bezeugt. Zu unterscheiden gilt es zunächst Bedeutungen mit Bezug auf Theater und dramatische Texte, später auch Film und Hörspiel. Szene bedeutet hier ›kleiner Teilabschnitt eines Theaterstücks, Films oder Hörspiels‹, ›Auftritt‹ sowie ›Schauplatz der Handlung eines Theaterstücks, Bühne‹. Dazu kommen Bedeutungen im übertragenen Sinn, die gleichwohl in der Regel mit Vorstellungen des Bühnenhaften verbunden sind, so ›Aussicht, Ansicht, (malerischer) Anblick; Bild, Gemälde‹, aber auch ›(bewegender) Vorgang, Vorfall, Ereignis, Hergang; (überraschendes) Erlebnis‹ und schließlich ›Auseinandersetzung, heftiger Wortwechsel, Zank, Streit, Krach‹. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsteht eine vollständig neue Bedeutung: Szene bezeichnet nun eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe, ein soziales Umfeld, ein Milieu.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

glätten

nebenformen geletten vocab. praedic. (1482) q 8ᵇ, gleden Diefenbach 337ᵃ, glatten (16. jh.) Uhland volkslieder² 913, nomenclator lat.-germ. (1634) 288. verbum factitivum zu glatt, zufrühest lexikalisch im 15. jh. bezeugt (s. u. 1), im 16. jh. namentlich im bereich 3 entwickelt. dann scheint sich das wort mehr zurückzuziehen, um erst seit dem späten 18. jh. neue bereiche, vornehmlich im übertragenen gebrauch, zu erobern. mundartlich wenig verbreitet, gelegentlich im westl. obd., vgl. Fischer schwäb. 3, 675, Martin-Lienhart elsäss. 1, 263ᵃ, schweiz. id. 3, 675. 1) die vocabularien des 15. jhs. bieten das wort im anschlusz an glatt D lubricus: lubricare gleden (15. jh., md.) Diefenbach 337ᵃ; gletten, glipfferig machen lubricare vocabul. theuton. (1482) 80ᵃ. in einigen fällen erscheint das wort als wiedergabe von lat. labi (ob durch sekundäre, rein lexikalische vermischung mit gleiten? s. d.): labi gletten (15. jh. obd.) Diefenbach 314ᵃ; glatmachen od. glupfen labescere od. begynnen zu gletten vocab. theut. (Nürnberg 1482) 80ᵃ; labere glatenn (1502, obd.) Diefenbach n. gl. 225ᵃ. im späteren gebrauch bedeutet glätten nicht allzu häufig 'schlüpfrig' oder 'gleitfähig machen': weil nun der kayser etliche kriegsschiffe über land auf mit öle geglätteten ochsenhäuten in den ambracischen meerbusem ziehen liesz Lohenstein Arminius (1689) 2, 69ᵃ; in nacht und glättendem nebel herab durchs thal auf Lauterberg Göthe III 1, 57 W.; eis glätten, eine neue farbe leihen dem regenbogen ... ist lächerlich und unnütz übermasz Shakespeare 5, 91; Klara hüstelte ... ein paarmal, um die kehle zu glätten Rosegger I 11, 109. 2) vornehmlich von handwerklicher oder technischer bearbeitung, vgl. glatt B 2, A 3. a) im bereich glatt B 2, von den verschiedenen tätigkeiten des glattmachens oder ebnens durch polieren, schleifen, hobeln, reiben oder pressen: polire gletten, auszfaͤgen, auszpolieren oder auszbutzen Frisius (1556) 1016ᵃ; laevigare gletten, glat machen Calepinus (1579) 821ᵃ; und was ruch ist und uneben, das glette ich (die feile) Steinhöwel Äsop 158 Öst.; abbimsen, eine fläche durch ... schleifen mit bimsstein glätten Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 1. auch in absoluter und allgemeiner verwendung: was gletten soll und schleifen (macht die natur) zu schmirgel Paracelsus (1616) 2, 511 Huser; die blätter (des trompetenbaums) sind so rauh, dasz man damit glätten kann Oken (1839) 3, 1568; glätten 'eine in den verschiedensten industrien und gewerben ... in anwendung kommende arbeit' Lueger (1894) 4, 677. speziell (doch vgl. auch b, c) von der bearbeitung des holzes: die anderen (meertiere) ein scharpffe haut, damit man holtz glettet Eppendorff Plinius (1543) 107; der stiel ist ... wenig geglättet, wo es sich nicht um zieräxte handelt Ratzel völkerkde (1885) 2, 150, des papiers: chartam levigare papir gletten Golius (1585) 161; sie (die Perser) glätten es (das papier) mit einem reibestein oder glatten muschelschale staat d. königreichs Persien 10 bei Olearius verm. reisebeschr. (1696). im unterschied zu c: das glätten verleiht dem papier keinen glanz Karmarsch-Heeren (1876) 8, 763. geglättetes papier ist ein besonders bearbeitetes und darum hochwertiges: in folge dieses druckes werden die fasern ... genähert ..., geglättetes papier ist ... fester als nicht geglättetes Muspratt chemie (1898) 6, 1443; es ist auf geglättetes papier prächtig gedruckt Göthe IV 13, 36 W.; ich bin mit dem druck des zweyten theils der Hildegard höchst zufrieden ... und die exemplare auf velinpapier sind noch schöner, weil sie besser geglättet sind Heinse 10, 305 Schüdd. weiterhin: nun poliert er ein wenig das (auf beiden seiten rauhe) glas ... je mehr er nun das glas glättete, wurden die ... farben ... sichtbar Göthe II 3, 330 W.; das ganze denkmahl ist von porphyr und mit groszer geschicklichkeit bearbeitet und geglättet Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823) 4, 202; glätten des eisens 'die fortschaffung der unebenheiten auf der oberfläche von allerhand eisenwaaren' Blumhof eisenhüttenkde (1817) 2, 465. besonders auch im baugewerbe vom glattstreichen und verputzen der wände: geglättet und übertüncht waren die wände Chamisso (1836) 1, 77; die fläche der wände ist gleichmäszig eben, aber nicht geglättet Welcker alte denkmäler (1849) 4, 234; Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 850. vgl. auch: wie emsig bekleiden sie (die bienen) sich mit dem staube, aus dem sie ihre kunstreiche cellen bauen und glätten und wölben Herder 24, 113 S. b) gern im sinne sauberer, kunstvoller, zierlicher arbeit: aus dem marmor ... liesze sich die gestalt des mannes heraushauen ... und was dazu kommt, hilft das bildnis nur glätten und feiner ausarbeiten Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 70. so meist als part. prät. in der wiedergabe des homerischen εὔξεστος, von holzwerk und hölzernem gerät aller art: beströmte zum waschen mir die händ und stellte vor mich die geglättete tafel J. H. Voss Odyssee 184 Bernays; ein geglättetes ruder ebda 196; schwitzen werden die ross an den schön geglätteten wagen Bürger 199 Bohtz (Ilias). seither allgemein in gehobener sprache, meist als schmückendes beiwort: und (sie) sammelt im reinlich geglätteten schrein die schimmernde wolle, den schneeigten lein Schiller 11, 309 G.; zwei prachtbetten, schöne geglättete kästen mit kleidern stehen da Stifter (1901) 5, 1, 208; sasz der häuptling unfern der see, dann standen im strom oder der bucht seine schiffe, geglättet und hell getüncht, wie eis glänzend G. Freytag (1886) 17, 85. die schon hier mitschwingende vorstellung des hell und blank machens, auch des wachsens und putzens begegnet namentlich bei der bereitung oder pflege von horn- und metallgerät: diese hörner bereitete zierlich der bogenkünstler, glättete sie und faszte die enden mit goldenem rande grafen zu Stolberg (1820) 11, 119; silbergeschmeid glätten oder bruniren brunire argenterie Kramer 1 (1700) 529; ferner den tiefen pokal, mit lieblichem wachse geglättet C. A. Overbeck verm. ged. (1794) 167; die orgelpfeifen sind so gelättet, dasz man sie für silber ausgiebt Nicolai beschreibung einer reise (1783) 459; er (der waldring) ... stand, wie geglättete metallstellen, von dem lichten, ruhigen, matten grau des himmels ab Stifter (1901) 2, 225. in jüngerem und jüngstem gebrauch in seiner anwendung sehr erweitert, oft für bloszes 'putzen, säubern': er wischte und glättete mit einem tuche den stuhl für seinen gast G. Freytag (1886) 5, 81; als er ihm des herrn Speck lackirte stiefel zeigte, die er jeden morgen zu glätten ... hatte Kerner bilderbuch (1849) 100; darunter, auf dem fuszboden, standen die zierlichen schuhe, spiegelblank geglättet Stehr der geigenmacher (1931) 143; ein schillerfalter ... glättete seine ... flügel auf einem warmen stein H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 135; die soldaten trauen ihren augen kaum: hier, im angesicht des todes, glättet ihr blutjunger leutnant sich die fingernägel? Liller kriegszeitung (1914/15) 1, 115. c) fachsprachlich meint glätten über die bedeutung a hinaus, aber z. t. im gleichen sachbereich, ein ausgesprochenes 'glänzend machen', 'glanz verleihen' (vgl. glatt A 3): glätten 'nennet man die arbeit, wodurch vermittelst eines runden glases ... eine sache, als wäsche, papier, leder ... spiegelnd glatt gerieben wird' Zincke allg. öconom. lex. (1744) 936. in der buchbinderei: nun setze ichs in die presz mit zwei bretern und glette es (den buchschnitt) überall gleich gläntzend Fr. Frisius handw. cerem. (1708) 576; glätten, glanz geben (in anwendung auf waffen, pulver, spiegel, tuche, papier) Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 303. vornehmlich in der tuchindustrie: 'sowohl der gedruckte, als auch oftermals der weisze kattun und die glanzleinwand musz durch eine gewisse zubereitung einen glanz erhalten, welche zubereitung glätten heiszet' Jacobsson (1781) 2, 113ᵇ; überall ... hört man (im Sudan) ... ein regelmäsziges klopfen, das dazu dient, die gefärbten gewänder zu glätten K. Bücher arbeit u. rhythmus (1899) 37. d) bildlich und übertragen. vereinzelt schon in älterer bezeugung: wir liegen usz der heiligen geschrifft ... und künnen unsere lügen fidern, schleiffen, gletten und ballieren (d. i. polieren) Th. Murner v. d. groszen lutherischen narren 186 Merker; ir (protestanten) welt die missbreuch glatten die nit ballieret sint, ich förcht, dasz ir verwatten (d. i. die wette verloren habt) und das auf erd nit künt (16. jh.) Uhland volksl.² 913; dasz die tugend durch widerwärtigkeit wie das eisen vom schleifsteine geglättet ... werde Lohenstein Arminius (1689) 2, 1046ᵇ. in sprachläufiger übertragung erst seit dem späten 18. jh. α) auf dem gebiet der sprache und dichtung (s. ¹glätte 4 a und den komplexen gebrauch von glatt C 3): man fand die alten wieder, reinigte und glättete nach ihrem muster die sprache, ahmete ihren vortrag und ihre kunst nach Herder 5, 635 S.; die sprache, die du nun zwangmäszig erlernen muszt, ist eine schlacke, an der du dein lebenlang zu glätten und zu feilen hast Fr. L. Jahn 2, 763 Euler; im langen, unabsehbaren gebrauch sind die wörter zwar gefestigt und geglättet, aber auch vernutzt und abgegriffen worden Jac. Grimm kl. schr. (1864) 1, 294; es liegt immer etwas künstlerisches in dieser sorgfalt, wo jedes wort nach auswahl und stellung ... immer mehr abgerundet, das ganze unermüdlich geglättet ward Fr. Schlegel (1846) 1, 58. von der verfeinerung der poetischen form: ein gedicht glätten Wieland (1853) 21, 22; man glättete mit sorgsamkeit den reim Deinhardstein ges. dram. w. (1848) 6, 7; zum schnellsten ruhm erschwingt sich mit Dädalus flügel jeder trägeste kopf, achtet der feile nicht, kennt nicht den glättenden bimstein (gegen die formlosigkeit der schriftsteller) Herder 27, 138 S. ungewöhnlicher von künstlerischem temperament: Weber, feurigeren und launenhafteren geistes ..., durch geistvolle frische des schaffens den mangel folgerechter technik verhüllend, — nach dem gemeinen sprachgebrauch eine 'genialere natur' neben Spohr, dem feineren, geglätteteren künstler W. H. Riehl musikal. charakterköpfe (1899) 1, 340. seltener auf den inneren gehalt bezogen: was würde er (Winckelmann) ... gethan haben, wenn eine ... sorgsam glättende kritik (durch zusätze und verbesserungen) dem aufschwunge der begeisterung nicht mehr eintrag thun konnte Göthe 46, 95 W. gelegentlich auch in der an glatt D 3, ¹glätte 4 b erinnernden bedeutung 'verflachen, verniedlichen': weg, die ihr bänder und häubchen und busennadeln und lämpchen singt! ihr dichter hinweg, die ihr nur blumen lest! die ihr, der wörter schmuck mit reichlicher zierlichkeit glättend, aus dem heiligen born wasser der weihe trinkt! E. M. Arndt w. 6, 58 R.-M. β) in moralischer oder konventioneller beziehung, eckiges, rauhes, wildes mildern oder abschleifen, in deutlich bildhafter anlehnung an 2 a: eine gewisse rauheit der seele ... scheint unter der hand abgeschliffen, wenigstens geglättet zu sein Herder 23, 389 S.; er glättete nach und nach den rohen vorschlag Mahals, machte ein mittelding daraus, und indem er ihm das kühne nahm, machte er ihn zu dem, was jedes mittelding am ende wird Klinger 6, 243; diese deutschen elemente waren doch die einzigen, durch die man in der verwaltung, im heere, im bürgerlichen leben die unbehauenen stoffe der andern stämme glätten und abschleifen konnte L. Häusser dtsche gesch. (1854) 1, 23; das musz sich reiben und glätten an andern, sonst wird im leben nichts daraus Holtei erz. schr. 7, 22; auch seine manieren glätteten sich allmählich Sudermann das hohe lied (1909) 441. 3) 'falten und furchen ausgleichen', zu glatt B 4. a) von der haut: erugare die runtzlen vertreyben, auszdennen, was geruntzlet und gerümpfft ist, auszstrecken, gletten Frisius (1556) 483ᵃ. besonders von gesicht und stirn: ir antlit ist geglettet wol, und doch die hosen falten vol Murner narrenbeschw. 280 ndr.; (sie hat) das haar geflochten, die stirn geglättet Dannhawer catech.-milch (1657) 2, 95. oft wird im sinne der beruhigung oder erheiterung ein seelischer zusammenhang fühlbar: du (der mai) giebst dem greise neuen muth, und glättest seiner stirne falten Seume ged. (1804) 243; bis zu mir aus weiter ferne hör ich süsze worte flüstern, glättend jene falten alle, welche meine stirn verdüstern Platen 1, 73 Redlich; der direktor ... legte ... seine stirn in bedenkliche runzeln, glättete sie aber während meiner kleinen rede wieder Carossa verwandlungen e. jugend (1928) 75. oft reflexiv: wenn sich bei dissonanzen des jungen hörers stirne krauszt, und bei consonanzen glättet Schubart ästhetik d. tonkunst 369; da man nun aber den jungen edelmann so vergnügt hervorgehen sah, glätteten sich auch die falten in den übrigen angesichtern die jahreszeiten (1811) 1, 78 Fouqué; wie die düsteren falten des unmuts auf seiner jugendlichen stirne sich schneller glätten Hauff (1890) 1, 45; der licenciat sah verdrossen nieder, und seine züge glätteten sich erst, als Joachim Vadius bereits neben beiden stand Kolbenheyer Paracelsus 2, 49. gelegentlich den sonst aus 3 b entwickelten übertragenen gebrauch streifend: nun öffnet sich die stirne klar, dein herz damit zu glätten Göthe 6, 44 W.; dasz sich das vertrocknete herz darüber ... auszufurchen und zu glätten begann Gutzkow (1872) 2, 456. b) wäsche glätten, für plätten oder bügeln, vorwiegend in obd. bezeugung (sieh auch glätteisen, glättstahl, glättstein): leinwand glätten lisciar biancherie, o. bögeln, mangeln Kramer 1 (1700) 529; am feyertag frü thun si mich (die magd) fretten mit goller und mit hauben gletten Hans Sachs 1 (1590) 382ᵇ; du glättest und bügelst, du schniegelst und striegelst J. Frey ges. dicht. 50 bibl. dtsche schr. aus Böhmen; dasz sie allwöchentlich die tage hindurch, wo gewaschen wurde, jene strenge und gemessene stimmung innehielt, welche die weiber immer während einer wäsche befällt ... erst wenn das glätten anging, griff eine gröszere heiterkeit platz G. Keller 4, 230; vgl. schweiz. id. 2, 654; im nd. nur vereinzelt, fachsprachlich 'im bleicherhandwerk' bei C. Schumann Lübeck 51. dann überhaupt glatt streichen, glatt ziehen, was kraus, faltig, knittrig ist: Marie ... glättete die decke auf ihren knien M. v. Ebner-Eschenbach 2, 254; er vergasz den scheidegrusz an den buchführer, welcher zerknitterte bogen glättete G. Freytag (1886) 11, 19; dies papierstückchen sei ... ein schuszpfropfen gewesen, was sie ... bestimmt habe, dasselbe ... auseinanderzufalten und zu glätten Fontane I 6, 122. 4) das meer, die wogen glätten u. ähnl., eine nicht vor dem späten 18. jh. belegbare wendung poetischen ursprungs und gebrauchs; entsprechend glatt B 8 b, aber nur im bildlich-übertragenen gebrauch entwickelter. a) eigentlich: sein (Neptuns) anblick glättet das meer und gebietet stürmen und wellen friede Herder 17, 362 S.; und Galatea, wogen glättend, sang Rückert ges. ged. (1837) 2, 299; mit dem gebrauch 2 b gekreuzt: o klarer nordstern über unserm meer glätte die wellen, schimmernd wie perlmutter Agnes Miegel herbstgesang (1933) 11. reflexiv: nun bettet sich, nun glättet sich die see und schlummert ein Strachwitz ged.⁸ 234; und zum spiegel, voll verlangen, glätteten die wogen sich Hebbel w. 6, 282 Werner. b) bildlich und übertragen, von gemütsbewegungen und seelischer erregung: allein die würde und der adel, welche hier (in der arie) die wogen des schmerzes und der rache glätten O. Jahn Mozart 4, 311; der schmerzen wogen glätten sich Arent-Conradi-Henckell mod. dichterchar. 99. freier: sie (die nacht) glättet den sturm in der seele J. Göbbels Michael (1931) 36. mehr oder weniger losgelöst von dieser ausgangsvorstellung, ganz allgemein 'besänftigen, beruhigen, zur lösung bringen': die feine seele, die mit weissagendem gefühl alles glättet Jean Paul d. unsichtbare loge (1793) 2, 58; ein vertrauliches gespräch hätte diesz alles glätten können Justi Winckelmann (1866) 2, 168; dies glättet meinen zorn H. Seidel vorstadtgesch. 160; sie (die musik) glättete in complementärer wirkung alle seine launen und verstimmungen jahrb. d. Grillparzergesellsch. (1890 ff.) 6, 227; und lächelte ermunternd und glättend seinen überschwang wieder ins sichere gleis H. Stehr heiligenhof (1926) 1, 58. 5) gesträubtes fell oder gefieder, krauses haar glatt und schlicht streichen, s. glatt B 5: die ersteren (freilebende lemuren) ermuntern sich, wenn die dämmerung hereinbricht, ... glätten ihr fell Brehm tierl. 1, 273 P.-L.; wie eine grasmücke, die am bache das hälslein wäscht und ... die federn sträubt und wieder glättet mit dem schnäblein Grillparzer (1892) 13, 254; nachdem die ... kleine sich das haar ... geglättet Gaudy (1844) 13, 85; im nacken ... kräuselten sich, der glättenden hand ... entschlüpft, kleine löckchen M. v. Ebner-Eschenbach 5, 83; er ... glättete haupt- und barthaar Holtei erz. schr. 24, 206; der jüngere ... strich sich über stirn und augen, glättete dann den breiten Schweizerbart Kolbenheyer Paracelsus 2, 42; er nahm die bürste, glättete seinen hut noch sorgfältiger als sonst G. Freytag (1886) 13, 239. in gleicher bedeutung wie 4, jedoch wohl spontan von hier aus entsprungen, in vereinzelter früher bezeugung (vgl. auch u. glättlen): mulcere senfftmütigen, geletten. ut mulier mulcet herum i. virum, piis verbis mitigando iram eius, streichelt als einer ein pferdt streichelt, weicht und gelettet in vocabul. predicant. (1482) q 8ᵇ. 6) weniger häufig auch in anderen anwendungsbereichen des grundwortes. 'kahl machen', nach glatt B 6: achtzig jahre hatten sein haupt geglättet und seinen nacken gebeugt Herm. Schmid ges. schr. (1867) 21, 85. wie glatt B 8 a, vom ebnen des bodens: pavicula ein breyter schlegel, damit man estrich oder die tenne glättet Orsäus nomencl. (1623) 155. von gerader linienführung, vgl. glatt B 10 a: die bäume ... waren an andern (bergen) gar nicht sichtbar, die schier mit einem ganz geglätteten rande an dem himmel hinstrichen Stifter (1901) 3, 310. 7) die von glätten abzuleitenden, durchweg substantivischen zusammensetzungen knüpfen fast ausschlieszlich an den gebrauch glätten 2 'ebnen' und 'glanz verleihen' an. die zahlreichen composita dieser art, deren erstes glied meist in der form glätt-, seltener mit -e- in der fuge auftritt, dienen der bezeichnung von geräten, werkzeugen oder maschinenteilen namentlich in der papier- und tuchindustrie, aber auch in andern bereichen handwerklicher arbeit. gelegentlich finden sich, besonders im älteren gebrauch, daneben auch glatt-formen mit der gleichen bildung und bedeutung (so bei glätteisen, -feile, -stein, s. d.). wörter ohne stellenangabe s. unter eigenem artikel: glättahle Karmarsch-Heeren (1876) 4, 2;

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sportiv

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