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Gewaltlosigkeit

Die Komposita Gewaltlosigkeit und Gewaltfreiheit begegnen im Sprachgebrauch seit dem 20. Jahrhundert. Gerade die in den Komposita deklarierte Abwesenheit von Gewalt verweist auf den negativen Gehalt, der mit Gewalt als illegitimer Gewalttätigkeit (in Referenz auf lateinisch violentia) assoziiert ist. Die Adjektivbildungen gewaltfrei und gewaltlos sind dagegen schon im 18. und 19. Jahrhundert belegt und meinen in der früheren Verwendung nicht ausschließlich ›ohne Anwendung von Gewalt‹, sondern beziehen sich zunächst vor allem auf die Freiheit von Verfügungsgewalt im Sinne von lateinisch potestās. Im 20. Jahrhundert erfahren beide Adjektive eine Bedeutungsverengung, die dem Gebrauch der Komposita entspricht und sich auf die Abwesenheit von Gewalttätigkeit konzentriert.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

klappermühle

1) klappernde mühle, nach Adelung 'eine mahlmühle sofern sie sich durch ihr klapperndes geräusch von andern mühlen unterscheidet', bei Steinbach, Frisch mola crepax, bei Stieler noch kürzer crepitaculum. in Sachsen braucht man klappermühle in mehr drolliger rede, in der kindersprache für mühle überhaupt: liesz Manchas helden kühn mit klappermühlen streiten. Wieland 11, 113 (grazien b. 6); mein herz schlägt mir wie eine klappermühle. Chr. F. Weisze kom. opern 1, 116. Der name wird von dem klappernden mehlbeutel herrühren, der mit dem mahlen zugleich die spreu aussondert, und bezeichnete diese einrichtung, als sie aufkam (s. unter klaffel 3, klachel 2); noch Höfer östr. id. 2, 132 spricht von der spreu, welche von dem weizen durch die klappermühle hinweg flieget. vgl. klatschmühle, klippmühle. Anders gibt es Hupel 114 aus Livland, als kleine elende mühle an einem kleinen gewässer, die nur im herbst und frühjahr mahlen kann, wie kläppermühle p. 976. 2) eine klappernde vorrichtung, in form einer kleinen windmühle, um vögel von obstbäumen zu verscheuchen ( Campe): klappermühlen auf den kirschbäumen. Lichtenberg 1, 251. nd. klappermöle Dähnert, vgl. nordfries. knâbarmaln, klappermühle, ein kinderspielzeug Johansen 141ᵃ (dän. knäbbre, knebbre klappern). 3) wie klapperbüchse, von einem klappermaul, dem maul wie dem menschen, er hat eine rechte klappermühle Steinbach, auch ein maul wie eine klappermühle, eins nämlich 'das nie stille steht' wie die mühle oder mühlklapper, vgl. sp. 893 unten: ich dachte, mons. Fillidor würde was neues bringen, aber er kan vor der muthwilligen klappermühle (der Rosette) nicht darzu. Weise überfl. ged. (1701) 363; lästermäuler, stolze docken, klappermühlen die nicht stocken. Gottsched, s. die literaturbriefe 21, 183; ich will mein ohr von einer solchen klappermühle nicht betäuben lassen. Weise kinderfreund 5, 197. nd. klappermöle Dähnert. Auch so: sie (die frauen) sitzen drauszen bei der klappermühle. Köhler kunst über alle künste 209, bei Shaksp. they sit conferring by the parlour fire.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Blasphemie

F. (-; -n), um 1500 entlehnt aus gleichbed. kirchenlat. blasphemia/griech. βλασφημία (zu griech. βλασφημεῖν ‘schmähen, lästern’, dessen erster Bestandteil unklar ist und dessen zweiter Bestandteil auf φήμη ‘Aussage, Kunde; (Ge-)Rede, Gerücht’ zurückgeht; → blamieren), bis ins 19. Jh. auch in de[...]

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