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Team

Team wird um 1900 aus dem Englischen entlehnt, und zwar zunächst als Ausdruck des Sports. Als Anglizismus ist das Wort anfänglich Gegenstand (vergeblicher) Sprachreinigungsbemühungen; es setzt sich aber ab ca. 1910 durch. Seit den 1940er Jahren wird Team dann auf die Arbeitswelt übertragen und bedeutet hier ‚Arbeitsgruppe‘, jünger auch ‚Belegschaft (eines Betriebes)‘.

Deutsches Wörterbuch

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schein

glänzend, schön, klar, sichtbar, augenscheinlich. ein nur auf deutschem gebiete bezeugtes wort. ahd. alts. scîn, mhd. mnd. nnd. schîn, im ältesten nhd. schein, seit ende des 16. jahrhunderts ausgestorben. über etymologie vgl. zu schein, m. und scheinen. 1, a) glänzend, leuchtend: candidus .. schine, schin .. schinfar Dief. gloss. 94ᶜ, rutilans .. schin 505ᵃ; inti ouh zeichan sîn scônaʒ   in himile sô scînaʒ (der stern, der die magier zum christkinde führte). Otfrid 1, 17, 18; Maria, dû bis de himel hô, van deme die schricht uns saget alsô, dat hê sî ein schîne vûr algare. hannov. Marienl., s. zeitschr. für deutsches alterth. 10, 3, 11; ir munt ist rôt, ir ougen schîn. minnes. 1, 111ᵇ Hagen. b) schön: ir mündel rôt, ir wengel schîn. minnes. 1, 64ᵃ Hagen; dû bis van ime (Jesu) beide schône inde schîn. hannov. Marienl., s. zeitschr. für deutsches alterthum 10, 7, 34; dîne wort sint den vunken gelîch ... si sint vol schînes, âne sint si cleine, schînere dan si ensint engeine. 78, 28; neben ander .. hett herr Gottfrid Wernher ain schein pferdt, das über die maszen wol sprange. Zimm. chron.² 2, 381, 36 Barack. c) übertragen, glänzend, ausgezeichnet (?): van den aller smelekesten mynschen .. dar werden ut vorluchtet de aller schynesten synne. quelle bei Schiller-Lübben 4, 95ᵃ. 2) offenbar, deutlich, sichtbar, augenscheinlich, erkennbar: hier sind noh thia stedi skîna, thâr is lîkhamo lag. Heliand 5828; es (gottes wort) wil durchs creutz beweret sein, da wird sein krafft erkand, und schein, und leucht starck in die lande. Luther 8, 364ᵃ; (anscheinend, scheinbar?): denn si hand got und die welt bedort mit irem seligen wandel schin. teuf. netz 6063. 3) am häufigsten in fester verbindung mit den hilfsverben sein, werden, thun, machen (vgl. schein, m. 5). a) schein sein, sich zeigen, offenbar sein: was that an is wordun skîn, jak an is dâdiun sô sama,   thet he drohtin was. Heliand 1207; dô sprach an dem was tumpheit schîn. Parz. 163, 21; daʒ ist an sînem wâfen schîn. Wigalois 141, 28 (5452); daʒ ist an iuwerm rucke schîn. Herrant v. Wildonie d. verk. wirt 299 (Lambel schwänke s. 208); en man schal nenes dynghes to wis syn! dat is by uns nu wol schyn. Redent. ostersp. 795 Schröder; bystu my truwe, dat is wol schyn an der kreyen unde an deme kannyn. Reineke vos 4299; als wol schein ist an dem pœsen gaist. Megenberg 268, 5; und ist wol schein, das die kneblin haben die beschneittung alleine erlidden, aber die meidlin dennoch derselbigen auch mit genossen. Luther 4, 325ᵇ; denselbigen tag ist Adam gestorben, als ym nechsten capitel scheyn ist. Melanchthon anz. in etl. schwerst. cap. 1. buch Mos. (1523) 11ᵇ; die hailig schrifft unnd alle künst und zungen .. dienen jn (den unreinen) nur zuͦ .. üppigkait jres hertzens, wie durchs gantz evangelium in schrifft gelerten wol schein ist. S. Franck paradoxa (1539) 102ᵇ; und der Vergilius 'du verfluͦchter hunger des goldes, was zwingst du doch die menschlich tötliche herzen nit': ist an meinem herren wol schein. sat. u. pasqu. 3, 218, 6; do yederman sicht und ist schyn ir narrheyt. Brant narrensch. 46, 4; das ist an allen menschen schein. Schmelzl verlorn. sohn 5ᵇ; kanst wol auszwarten deinem maul, ist an deim groszen arsch wol schein. H. Sachs 4, 3, 43ᵇ; die welt die wil betrogen sein, ist an den bewerin wol schein. 5, 368ᵈ; das sprichwort ist bey euch wol schein, das auch ein doctor ein narr kan sein. Ayrer 2367, 5 Keller, b) schein werden: vor alters hiesz schein werden, soviel als manifestum fieri, oriri, entstehen. daʒ is worden schein (an euren lehrern). Eccard. script. med. aevi col. 1556; es ist dar aus dem orden viel kummers schein worden, id quod ordini magnam molestiam peperit. heldenb. fol. 188. Frisch 2, 171ᵃ, vgl. Scherz-Oberlin 1387; nu werde schin ob dich din Jacob muͦge geledigen. Leyser d. pred. 121, 28; sit ir her cuͦmen mit guͦter andacht, daʒ laʒit schin werden. Schönbach altd. pred. 1, 123, 37; daʒ wart wol schein. Megenberg 109, 30; alldar (beim fuszwaschen) wart din grote othmodicheit schin. gebetb. bei Schiller-Lübben 4, 95ᵃ; that warđ thâr an themu mâreon skîn. Hel. 5046; thaʒ ward sîd filu scîn. Otfrid ad Ludow. 39; daneben in flectierter form: thaʒ wurti in imo thuruh thaʒ   gotes werk io scînaʒ. 3, 20, 12 (vgl.: sed ut manifestarentur opera dei in illo. Joh. 9, 3); eʒ ist an manegen wîben   vil dicke worden schîn, wie liebe mit leide   ze jungest lônen kan. Nib. 17, 2; ieslîchem man nâh mâʒe sîn wart nie sô tiuriu gâbe schîn. Parz. 786, 26; daʒ wart wol an dem knappen schîn. Iwein 5583; wol her nâ, nû werde schîn, waʒ ûch von wîben muge hie blîben. Herbort v. Fritzlar 14782: sus wirt ir lieb einander schîn. Lampr. v. Regensburg Syon 4195; daʒ wart offenlîch dâr schîn. Heinr. u. Kuneg. 3845; wi daʒ den luden wurde schîn. Elisab. 5490 Rieger; dein triu die ist mir worden schein! Cl. Hätzlerin 1, 47, 3; und (zweifel) hindert auch dick guͦten muͦt, der sunst wol wurd an manigem schein. 1, 54, 28; daʒ wart an sand Peter schein. Suchenwirt 35, 35; das wirt an manigen dingen schein. fastn. sp. 489, 29; de (wer) rechtferdig is, wert drade wol schyn. Reineke de vos 6280. c) schein thun, offenbaren, zeigen, bekannt machen: oft gideda hê that an them lande skîn. Hel. 1211; in in dua harto filu scîn,   wio liob thir huldî mînô sîn. Otfrid 5, 15, 36; ûʒer Troneje Hagne   und ouch Ortwîn, daʒ si gewaltec wæren,   daʒ tâten si wol schîn. Nibel. 739, 2; tuo beʒʒeren willen gein mir schîn. Parz. 255, 22; ich tuon iu solhen zorn schîn, daʒ diu kirche muoʒ verloren sîn. Stricker Amis 107; nu tuo mir friundes triuwe schîn. Lamprecht v. Regensburg Syon 1176; swâ adel und ellen entsament sîn, dâ tuot daʒ adel selden schîn mit ruomworten sîne tât. Heinr. v. Freib. Trist. 2158; ga her, du leve knecht min, und do mi dinen namen schin! bruder Rausch 29 (Bobertag narrenb. s. 370); doch tet in got genade schein. Suchenwirt 4, 461; darumb so tuͦ mir din hilffe schin. 38, 507 (s. lesarten); do tet got ains seiner wunder schein. Hans Vintler pluemen d. tug. 2220; dat trost unde gnade an dy is, dat do myner armen sele schyn. Harteb. 199, 9ᵃ bei Schiller-Lübben 4, 95ᵇ; mensch wildu gaistlich sein, so tue es mit den werchen schein. quelle bei Schmeller 2, 423; sag, so Jesus auch got sol sein, welcher ist hoher? tu mir schein! fastn. sp. 10, 4; ain wolgeziertes fräwelein das tuͦtt mir grosz verlangen schein. Cl. Hätzlerin 1, 59, 2; eüch tuͦt doch die schrifft schein. 2, 2, 152; sant Jörg, du edler ritter, ... tuͦ uns dein hilfe schein! Uhland volksl.² 276 (141 A, 2, 4); Maria, durch dein güte, so thu uns hülfe schein. wunderh. 1, 313 Boxberger; der ist ein narr der wys will syn und weder glympf, noch mosz (masz) duͦt schyn. Brant narrensch. 8, 2; daneben mhd. und nhd. schein machen: daʒ machet schîn uns allen der hôhe wîssage ûʒ erwelt. Konr. v. Würzburg Silvester 3198; der keiser unt die keiserîn, die hêten dâr gemachet schîn, sie hêten guote gunst ze gote. Heinr. u. Kuneg. 3276; an dem (farren) sô wil ich machen schîn, daʒ wâr mîne wort sîn. pass. 86, 52 Köpke; der tüfel spricht: daz wil ich dir machen schin. d. teufels netz 9114 Barack (vgl. 9147. 9934. 22752. 12915); wie Syrach in dem büchlin sein gar fein und klärlich machet schein. Wickram irr reit. bilger 3ᵇ; denn als die Phariseer dort fragten Christum das ewig wort, wie Mattheus uns machet schein, welchs das fürnembst gebot möcht sein. 86ᵃ.

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