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Arbeitermangel

Mit Arbeitermangel, Leutenot und Leutemangel sind im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert drei weitgehend synonym zu verstehende Komposita belegt, die den Zustand einer Volkswirtschaft oder einzelner Branchen bezeichnen, wo ein Fehlen von Arbeitskräften vorherrschend ist. Zuvor ist bereits die Wortverbindung Mangel an Arbeitern nachweisbar. Arbeitermangel ist insbesondere um die Jahrhundertwende und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet, wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinsichtlich der Verwendungshäufigkeit jedoch von Arbeitskräftemangel abgelöst. Gleichwohl begegnet das Wort bis in die Gegenwart, wohingegen Leutenot und Leutemangel heute als veraltet gelten können.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

strohjunker

verächtliche benennung eines adeligen, die vom 16. bis zum 19. jh. sprachüblich ist; nl. stroojonker, dän. straajunker. in den älteren zeugnissen meist im sinne eines armen edelmannes niedriger herkunft (anknüpfend an stroh 3 a β); kofent- sive strojunker genere humili, abjecta et obscura familia ortus, pauper nobilis, nobilis nomine, non re Stieler stammb. (1691) 905: unnd ist ... ein sonderbare anzeig eines schlechten und nicht grossen herrn, bei welchem strojunckern und newgebackene edelleut grosz seind und hoch gehalten werden Haganaeus unterweisung z. weltl. regiment (1599) 88; noch ist er der koͤnig der ehren, wenns auch ein creutz were, sols fuͤr euch armen strohjunckern auch wol bleiben Artomedes christl. auszlegung (1609) 2, 227; 'jener säugling ist gewisz ein strohjuncker, dem seine mutter etliche milchpfenning geschickt ...' mit diesen worten zieleten sie auff mich, dann ich wurde vor einen jungen edelmann bey ihnen angesehen Grimmelshausen Simpl. 227 Sch.; s. auch strohiuncker s. v. stallratz (2), teil 10, 2, 1, sp. 628. seit dem 18. jh. besonders von einem armen landedelmann ('krautjunker', zu stroh 1), z. t. auch von einem groben, ungeschlachten und ungebildeten adeligen: gentilhuomo di campagna ò rustico, it. povero Kramer t.-it. 2 (1702) 1015ᵇ; eine verächtliche benennung eines landedelmannes, dessen vornehmste beschäftigung in dem feldbaue bestehet Adelung 4 (1780) 833; ... welcher auszer ein wenig landwirtschaft nichts weisz und verstehet Campe 4 (1810) 717; hierdurch unterschied sich Thomas Jones sehr vorteilhaft ... von der lärmenden ungezogenheit und grobheit der blossen strohjunker Bode Thomas Jones (1786) 2, 48; 6, 188; denn der (adelige), auch wenn er durchweg strohjunker sei, könne sich beigehen lassen zu glauben er gelte ihr etwas durch die geburt Hermes für eltern u. ehelustige (1789) 1, 133; wärst du so ein elender ritterlicher schmachtlappen, so ein gemeiner alltäglicher strohjunker, ein lumpencavalier, wie's deren nun viele giebt, sollt es mich nicht von ihr verdrieszen maler Müller w. (1811) 3, 262. andere gelegentliche verwendungen: anitzo bin ich noch gar gluͤcklich, dasz ich einen so lumpichten karrn habe finden koͤnnen, da ich mich im stroh herum weltze, dasz ich wol mein tage nicht billiger als itzund ein strohjuncker habe koͤnnen genennet werden Ch. Sorel, v. d. leben d. Francion (1662) 64; welches (das menschenopfer) der Hercules abgebracht und dafuͤr unmenschenbilder vorgeschlagen hat, die ... gemacht wurden aus einem binsenbunde. ... vielleicht hat es hiemit auch eine verwandtnuͤsz, wenn man strohjuncker saget; wiewohl eine andere ursache bekandt ist Prätorius anthrop. pluton. (1666) 2, 223. —

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1797 Deutschlands Kultur (Übers.) 36Die Deutschen haben zwar viele glänzende Genies, aber doch [...]

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